In einem Artikel in „Le Temps“ vom 18.11.2011, der sich auf den Entscheid der Rechtskommission des Ständerats bezieht, das Adoptionsrecht auf homosexuelle Paare auszuweiten, habe ich erklärt: „Ich kenne nicht viele Unverheiratete die Kinder adoptieren und mir missfällt diese Weise, das Gesetz zu umgehen, anstatt das Gesetz der Realität anzupassen. Man legalisiert auch nicht plötzlich Kokain, nur weil 500’000 Menschen Kokain konsumieren“.
Das was ich bemängle ist die Haltung, dass man das Gesetz umgeht bevor man überhaupt eine Änderung verlangt hat – nur weil es einige bereits machen. Meine Aussage ist in diesem Sinne zu verstehen: Nur weil eine Sache existiert, muss diese nicht automatisch legalisiert werden. Diejenigen die behaupten, ich wollte Kinder mit Kokainsüchtigen vergleichen kennen mich schlecht und verfälschen komplett meine ursprüngliche Aussage.
In jedem Fall ist meine Äusserung alles andere als homophob zu verstehen. Ich habe die registrierte Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare immer unterstützt. Dabei habe ich aber betont, dass es sich dabei nicht um eine gewöhnliche Ehe handelt und dass die Adoption für gleichgeschlechtliche Paare ausgeschlossen bleiben soll. Dieser letzte Punkt ist übrigens so im Bundesgesetz verankert.
Ich habe von den teilweise scharfen Reaktionen des Dachverbandes Regenbogenfamilien, der Fédération genevoise des associations de lesbiennes, gays, bisexuels et transgenres (LGBT), der Gruppe Homoparents und von Pinkcross, Kenntnis genommen. Falls sich Betroffene durch meine Äusserung, respektive das was andere daraus gemacht haben, verletzt fühlen, bitte ich sie um Entschuldigung, denn dies war nicht meine Absicht. Dies ändert jedoch nichts an meiner Haltung: die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare soll auch in Zukunft nicht erlaubt werden.





